· 

Tag der Druckkunst

Jedes Jahr Mitte März feiern Druckwerkstätten, Museen, Künstlerinnen und Künstler, Hochschulen, Kunstvereine und andere Akteure den Tag der Druckkunst, und somit den Jahrestag des Eintrags der traditionellen Drucktechniken in das Verzeichnis der deutschen UNESCO-Kommission. Wir zeigen, wie lebendig die Druckkunst ist: von den traditionellen Techniken bis zur experimentellen Druckkunst.
Auch die Musemsdruckerei Hoya hat sich am 16. März über viele experimentierfreudige Besucherinnen und Besucher freuen dürfen, die uns im Gebäude der alten Molkerei in der Lindenallee besucht haben.

Mit einem Klick geht es hier zu allgemeinen Informationen zum Tag der Druckkunst.


Und wir waren begeistert, wie tatenfreudig unsere Gäste waren: Kinder gestalteten im sogenannten Milchtütendruck farbenfrohe Werke und setzten ihre Namen aus einzelnen Lettern; eine Arbeit, die viel Konzentration benötigt. Erwachsene waren sich nicht zu schade, mit schwarz gefärbten Händen im Druck mitzuhelfen. Und wir durften einen ausgebildeten Setzer begrüßen, der mit seinen 92 Jahren plötzlich an unserer Linotype-Setzmaschine saß und so zielsicher anpackte, als müsse die Sonderausgabe noch heute in den Druck.


Gleich zwei Künstlerinnen stellten ihre Werke aus und luden zum Mitmachen ein: die Illustratorin Friederike Steil stellte kolorierte Radierungen aus ihrem aktuellen Kinderbuch aus und zeigte, wie filigran und detailreich man mit Nadel und Metallplatten drucken kann. Die Künstlerin Kerstin Hain, ausgebildete Setzerin und Mediengestalterin, präsentierte ihre Werke von Collagen über Druckgrafiken bis Fotografie und lud Interessierte ein, eine originelle Monotypie-Technik mit ungewöhnlichen Materialien auszuprobieren.


Tief in die Geschichte der "Schwarzen Kunst" eintauchen konnte, wer sich in kleinen Gruppen durch die Druckerei führen ließ, vorbei an einem funktionsfähigen Nachbau der originalen Gutenberg-Presse aus dem 15. Jahrhundert, einem Faksimile der reich illustrierten Gutenberg-Bibel und durch die Setzerei, deren grundlegende Arbeit sich zwischen dem 15. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur wenig verändert hat. Wer wissen wollte, was eine Abziehnudel ist, was ein Pfannkuchen in einer Druckerei zu suchen hat und warum ein Zwiebelfisch nicht immer gerne gesehen ist, wurde am Tag der Druckkunst fündig. Uns war es eine Freude, so viele Besucherinnen und Besucher zu treffen, die Lust hatten einen Tag lang aktiv mitzumachen und zu erfahren: die Druckkunst lebt nicht nur, sie entwickelt sich weiter durch Menschen mit neuen Ideen und Impulsen. Wer am Tag der Druckkunst nicht genug bekommen konnte - und das können wir gut verstehen - ist herzlich eingeladen, wiederzukommen. Wir freuen uns!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0